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Wim Wenders „Landschaften.Photographien – 4 Real & True 2“ im Museum Kunstpalast in Düsseldorf

IMG_8644IMG_8656 Wim Wenders ist Geschichtenerzähler. Dafür ist er mit seinen Filmen zurecht weltberühmt, geehrt, gefeiert. Von „Alice in den Städten“, über „Paris,Texas“ und „Der Himmel über Berlin“, bis zu „Every Thing Will Be Fine“: In seinen Spielfilmen erzählt er von den Wirren, Herausforderungen, Abstürzen, Freuden und der Verantwortung menschlichen Lebens. Es sind größtenteils melancholische Werke, die nicht zuletzt aus der Inszenierung ihren Reiz und ihre Sogwirkung beziehen. Ähnliches gilt für seine dokumentarischen Filme, sei es „Buena Vista Social Club“, „Pina“, oder zuletzt „Das Salz der Erde“: Von Wut und Kraft, Zerstörungswut und Disziplin, Schönheit und Hässlichkeit, größter Begeisterung und tiefster Bestürzung kann Wenders mit den Mitteln des bewegten Bildes berichten. IMG_8663IMG_8658 Seine Photographie folgen einem gänzlich anderen Wunsch: Sie sind keine auserzählten Geschichten. Sie sind eher der bildliche Anfangspunkt einer Geschichte, die man als Betrachter dann zu ihnen erzählen kann. Ihre Stärke ist, bei aller Ferne und Unwirtlichkeit manch dargestellter Orte und bei manch vermeintlicher Profanität  anderer, die Fähigkeit des Erkennens, des Wiedererkennens und des Neuerkennens. „4 Real & True 2“ ist, wie Beat Wismer es in seiner Eröffnungsansprache nannte, das Wasserzeichen der Ausstellung „Wim Wenders.Landschaften.Photographien“ im Museum Kunstpalast. „Echt“ und „Wahr“ sind die prägenden, unverwechselbaren Merkmale, sowohl von Wenders Arbeitsweise, als auch der präsentierten Großformate. „So habe ich es gesehen, so möchte ich es zeigen“, scheint dabei der Wahlspruch zu sein. IMG_8668Ich habe eine Weile gebraucht, um diesen Anspruch, diese Idee in den 79 Werken dieser photographischen Retrospektive zu erkennen. Es hat einen zweiten Rundgang durch die großartig gehängte und ausgeleuchtete Ausstellung benötigt, um den Auftrag zu nutzen, den mir die Bilder geben: Was du hier siehst ist nur der Beginn einer Geschichte, es ist eine Momentaufnahme, ein Anfang. Erzähle du sie! IMG_8642      IMG_8666 Und wenn man sich darauf einlässt, dann werden es Geschichten, die wie die Filme von Wim Wenders sind. Wir reisen an Sehnsuchtsorte und an Orte der Zerstörung, wir erinnern uns der Schaffenskraft des Menschen und an seinen Hass, wir denken an die Weite und den Wunsch sie zu erleben und ebenso an die Enge und den Wunsch ihr zu entfliehen.IMG_8649 Sie erzählen von unserer geistigen und körperlichen Beschränktheit ebenso wie davon, wie diese sich wundersam und wunderbar auflösen kann – an Orten, die uns keine Geschichte, keine Erinnerung, kein Bild vorgeben. Beat Wismer und Wim Wenders haben – gerade in Bezug auf die Darstellung menschlicher Beschränktheit und Unzurechnungsfähigkeit – gut daran getan den Bildern von Ground Zero, entstanden kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001, einen eigenen Raum zu geben. Die photographische Erinnerung an diesen Tag sollte zwar einerseits nicht den Eindruck erwecken, ein Unikat menschlichen Handelns darzustellen, andererseits aber will die getrennte Präsentation doch sehr eindrücklich darauf hinweisen, wie sehr manche Erinnerungen kollektiv sind. In diesem Raum teilen der Photograph und der Betrachter eine Geschichte. Hier sagen beide: „Weisst du noch…“, oder fragen „Wo warst du?“ Für mich ist IMG_8651diese Ausstellung ein Beweis für die poetische Kraft der Photographie und die schöpferische, erinnernde Kraft des menschlichen Geistes. Sie ist ein wohltuender Kontrast zu den  konstruierten Bildwelten eines Andreas Gursky oder Thomas Ruff, ohne diesen im Geringsten ihre Berechtigung abzusprechen. IMG_8665Wim Wenders Photographie lässt Raum. Sie sind Ästhetik und Ausdruck zugleich und nicht von Ungefähr nennt er den Maler Andrew Wyeth als einen seiner großen Helden „Wim Wenders.Landschaften.Photographien – 4 Real & True 2“ im MuseumKunstpalast, 18.4. – 30.8., Di.– So. 11 – 18 Uhr, Do. 11 – 21 Uhr IMG_8662

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